High School -System in Kanada
In Kanada gibt es zum einen die Junior High School, bzw. die Middle School. Sie umfasst die Klassenstufen 7 bis 9 und ist mit der deutschen Mittelstufe zu vergleichen. In der Senior High School dagegen wird die 10. bis 12. Klasse besucht. Sie entspricht der Oberstufe in Deutschland. Abhängig von der Provinz, können Schüler auch direkt von der Elementary School auf die Senior High School wechseln.
Auf den kanadischen High Schools werden die Schüler je nach Leistungsstand und Interessen in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. In Kanada werden diese Zweige als „Tracks“ bezeichnet. Meistens gibt es zwei Tracks von denen einer auf das Studium an einer kanadischen Universität ausgerichtet ist und der andere zum sogenannten Community College, einer technischen Fachschule oder unmittelbar ins Berufsleben führt.
Der kanadische Schüler hat die Wahl, ob der Schwerpunkt seines Ausbildungsgangs eher akademisch, technisch oder handwerklich sein soll. Der High School Abschluss wird dann verliehen, wenn ausreichend Credits, d.h. Punkte innerhalb der besuchten Kurse vergeben wurden.
Der High School Abschluss in Kanada ist mit dem deutschen Abitur nicht zu vergleichen. Er dient nicht als Zugangsberechtigung für die Hochschule. Die kanadischen Universitäten legen ihre eigenen Zulassungsvorausetzungen fest. In einigen Provinzen müssen Zulassungsprüfungen in bestimmten Schwerpunktfächern abgelegt werden, um den Universitätsbesuch zu ermöglichen. Die an der High School belegten Kurse und die darin erzielten Noten können also ausschlaggebend für die Hochschulzulassung sein.
Die High Schools zeichnet das Angebot des sogenannten „Co-operative Programs“ aus. Dies beinhaltet die Zusammenarbeit der Schulen mit Unternehmen. Durch die Absolvierung von Berufspraktika, die sich über mehrere Wochen erstrecken, soll Praxiswissen vermittelt und der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden. Zudem kann auf diese Weise eine Berufsorientierung stattfinden.
Die Community Colleges dagegen ermöglichen Ausbildungslehrgänge, die sich in einen theoretischen – d.h. Unterricht im College – und einen praktischen Teil, also betriebliche Arbeit aufgliedern.
Im französisch-sprachigen Québec ist die Highschool-Laufbahn nach der 11. Klasse beendet. Danach folgt der Besuch des „College d'enseignement general et professionel“. Hier kann der Schüler wählen zwischen einer akademischen oder einer berufsorientierten Ausbildung, die der Vorbereitung auf die Arbeitswelt dienen soll.
