Englisch und Französisch/ Französisch
Französisch
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden, neben den englischen, die ersten französischen Siedlungen in Kanada. Überwiegend Einwanderer aus dem westlichen Frankreich und der Gegend um Paris entschlossen sich für ein Leben in Übersee. Schließlich kam es zum Siebenjährigen Krieg zwischen Frankreich und England (1756-1763), der auch in den kanadischen Kolonien der beiden Länder ausgetragen wurde. Im Jahre 1759 siegten die Engländer über die Franzosen in Québec. Durch den Friedensvertrag von Paris im Jahre 1763 gelangten die französischen nordamerikanischen Kolonien in den Besitz der Engländer. 65.000 Frankokanadier waren jetzt in der Minderheit. Québec blieb die einzige Provinz im Land des Ahornblattes, in der das Französische dominiert. Dies mag ein Grund dafür sein, warum sie nach Unabhängigkeit vom föderalen Bundesstaat Kanada strebt.
In Kanada gibt es verschiedene Varianten des Französischen. Zum einen gibt es das Québecer Französisch. Dieses bezeichnet die Variante, die in Québec, Ontario und im Westen Kanadas gesprochen wird. Sie unterscheidet sich deutlich vom akadischen Französisch, das in den Seeprovinzen, Prince-Edward-Island, Neu-Braunschweig, Neu-Schottland, Prince-Edward-Island und in einem kleinen Teil der Gaspésie gesprochen wird, der zu Québec gehört. Außerdem gibt es die neufundländische Variante des Französischen, die auf der Port-au-Port Halbinsel an der Westküste Neufundlands vorherrscht.
Diese Varianten unterscheiden sich deutlich vom europäischen Französisch. Dieser Unterschied zeigt sich besonders in der Umgangssprache. Im formalen Bereich jedoch kommt das kanadische dem europäischen Französisch näher.
Die europäischen Einflüsse der ab 1497 eingewanderten Siedler, Pioniere, Händler, Forscher und Fischer machen das heutige Kanada aus. Viele Menschen dort haben sich ihre Traditionen erhalten, wie Ernährung, Sprache, Geschichten und Erzählungen, Feiertage und bestimmte sportliche Aktivitäten. Während viele Kanadier stolz auf ihre Wurzeln sind, nehmen sich die frankophonen Kanadier als alteingesessene Bevölkerung wahr und pflegen ein eher distanziertes Verhältnis zu Frankreich.
Eigenheiten des kanadischen Französisch
Im kanadischen Französisch finden sich Wörter, die in Frankreich selbst nicht mehr zum gängigen Vokabular gehören und als altmodisch gelten.
Während beispielsweise in Frankreich das Wort: pull-over. für T-Shirt gebräuchlich ist. Nennt sich dies in Kanada nochchandail.
Es wurden auch Neologismen, d.h. neue Wörter gebildet, häufig zur Vermeidung von Anglizismen.
So bezeichnet das Wort magasinage den Einkaufsprozess, der im Englischen als shopping. bekannt ist.
Wörter, die in Frankreich als Anglizismen benutzt werden, tauchen in Kanada „französiert“ auf.
Das in Frankreich als week-end. bezeichnete Wochenende, nennen die frankophonen Kanadier zum Beispiel fin de semaine.
Es gibt auch Übernahmen aus dem Englischen oder auch analoge Bildungen zu englischen Wörtern.
Das englische Wort job (franz. travail) verwenden die französischsprachigen Kanadier ebenfalls als job, oder djobe.
Eine Übernahme aus anderen Sprachen ist zum Beispiel das baskische Wort oregnac, das in Kanada als orignal einen nordamerikanischen Elch bezeichnet.
Die Verwendung von weiblichen Substantiven, die in Frankreich keine weibliche Form bilden ist eine weitere kanadisch-französische Eigenart. So existiert beispielsweise in Frankreich das Wort le premier ministre, im frankophonisch-kanadischen Volksmund heißt es dagegen la première ministre.
