Kranken- und Sozialversicherung

Krankenversicherung

Kanada verfügt über ein etwas unübersichtliches Kranken- und Sozialversicherungssystem. Das staatliche Gesundheitssystem nennt sich Medicare und wird in den meisten Provinzen über Steuern finanziert. In British Columbia und Alberta müssen Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, weshalb dort die Steuern niedriger sind. Die Zahlung von Steuern oder Beiträgen gewährleistet eine kostenfreie Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Ein nachteiliger Aspekt dieses Systems ist, dass ausschließlich kanadische Bürger und Ausländer, die den „permanent residence status“ erlangt haben – deren Einwanderungsantrag also bewilligt wurde - über Medicare versichert sind. In einigen Provinzen jedoch werden Leistungen von Medicare auch für bestimmte Ausländergruppen angeboten, die keinen „permanent residence status“ besitzen. Andere Personen, die sich befristet in Kanada aufhalten, müssen sich dagegen selbstständig absichern.

Ein weiterer nachteiliger Aspekt ist das eingeschränkte Leistungsspektrum von Medicare. Obwohl die Übernahme der Krankenhaus- und Arztkosten meistens in der Versicherungsleistung enthalten ist, müssen die Patienten die Kosten für Medikamente, Notfalldienste und zahnärztliche Behandlungen selbst tragen. Das Leistungsangebot variiert jedoch auch in den unterschiedlichen Provinzen.

Da Kanadier häufig eine zusätzliche Krankenversicherung über ihren Arbeitgeber in Anspruch nehmen, geht mit einer Kündigung auch der Verlust dieses Versicherungsschutzes einher. Somit ist es in jedem Falle sinnvoll, eine Zusatzversicherung abzuschließen, unabhängig davon, ob eine Person ein Anrecht auf Medicare-Leistungen hat oder nicht. Ist der Kanada-Aufenthalt befristet, ist dies auch über eine deutsche Auslandskrankenversicherung möglich.

Sozialversicherung

Das Sozialleistungssystem in Kanada ist ebenfalls vielschichtig und oft recht niedrig. In dieses System fallen beispielsweise die Altersversorgung, Kindergeld, die Arbeitsunfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe.

Arbeitnehmer in Kanada müssen eine Sozialversicherungsnummer beantragen - die sogenannte social insurance number (SIN). Die Versicherungsbeiträge werden dann vom Gehalt abgezogen.

Finanziert werden die Sozialleistungen teilweise durch Steuern, aber auch durch Sozialversicherungsbeiträge. Auch in Kanada zahlen Arbeitgeber in die Sozialversicherungskasse ein. Anspruch auf Sozialbeiträge haben unterschiedliche Personengruppen, die Ausländer mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung selten einschließen. Dies variiert jedoch auch in den einzelnen Provinzen oder sogar in den einzelnen Städten.